Demokratie muss erlebbar sein, besonders für junge Menschen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, die Wanderausstellung „Landtag macht Schule“ an der Gemeinschaftshauptschule Herbertskaul in Frechen zu besuchen.
Für mich war dieser Termin auch persönlich etwas Besonderes: Ich bin selbst in der nahegelegenen Burgstraße aufgewachsen und habe direkt nebenan die Burgschule besucht. Dort nun als Landtagsabgeordneter mit Schülerinnen und Schülern über Demokratie, Politik und ihre Zukunft zu sprechen, war für mich ein echtes Stück „nach Hause kommen“.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stand ein nachgebildeter Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtags. Die Schülerinnen und Schüler konnten dort selbst Reden halten, diskutieren und erleben, wie parlamentarische Debatten funktionieren. Besonders beeindruckt hat mich, wie aufmerksam, interessiert und gut vorbereitet die beiden siebten Klassen waren. Fast zwei Stunden lang haben wir offen miteinander diskutiert – über Politik im Alltag, über Verantwortung, aber auch über ganz konkrete Themen vor Ort.
Natürlich ging es auch um die Schule selbst. Ich habe deutlich gemacht, wie viel gute Arbeit an der Hauptschule geleistet wird. Besonders imponiert hat mir der starke Zusammenhalt der Schülerinnen und Schüler. Herkunft spielt dort keine Rolle – man unterstützt sich gegenseitig und möchte gemeinsam etwas erreichen. Genau das ist gelebte Gemeinschaft.
Ein wichtiges Thema war außerdem die Beteiligung junger Menschen an unserer Demokratie. Ich halte die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Landtagswahlen für richtig. Wer Verantwortung übernehmen möchte, sollte früh die Möglichkeit bekommen, mitzuentscheiden. Gleichzeitig gehört dazu auch, sich mit Politik auseinanderzusetzen und Verantwortung ernst zu nehmen.
Spannend fand ich auch die Diskussion über Künstliche Intelligenz und soziale Medien. Die Schülerinnen und Schüler haben sich sehr reflektiert mit Fragen rund um KI-generierte Inhalte und Social Media beschäftigt. Besonders bemerkenswert: Viele der Jugendlichen sprachen sich selbst für ein Mindestalter von 14 Jahren bei sozialen Medien aus. Das zeigt, wie verantwortungsbewusst junge Menschen häufig auf Themen blicken, die sie direkt betreffen.
Solche Begegnungen sind für mich enorm wichtig. Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Zuhören und vom offenen Austausch. Gerade junge Menschen sollten früh erleben, dass ihre Meinung zählt und dass Politik nicht irgendwo weit weg stattfindet, sondern mitten in ihrem Alltag.
Deshalb freue ich mich sehr, dass „Landtag macht Schule“ auch in Frechen Station gemacht hat. Demokratie gehört dorthin, wo junge Menschen sind: in ihre Schulen.