In Neuss durfte ich auf dem hochkarätig besetzten Kongress e-NRW an der Diskussionsrunde „Vernetzt handeln, digital wirken“ teilnehmen. Gemeinsam mit Vertretern des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), von IT.NRW, kommunalen IT-Dienstleistern und der Stadt Köln habe ich über die Zukunft der öffentlichen IT debattiert.
Dabei habe ich eine klare These vertreten: Die Zukunft unserer Verwaltung entscheidet sich nicht daran, wer die beste Einzelplattform entwickelt, sondern daran, wie gut Systeme sicher und nutzerorientiert zusammenarbeiten. Drei Kernbotschaften standen für mich im Mittelpunkt:
1. Kooperation statt Insellösungen: Nordrhein-Westfalen verfügt über eine stark fragmentierte Struktur mit 396 Städten und Gemeinden sowie 31 Kreisen. Wenn jede Kommune ihr eigenes System aufbaut, blockieren wir uns selbst. Wir müssen Digitalisierung über Land, Kommunen und Ländergrenzen hinweg gemeinsam entwickeln.
2. Standardisierung schafft Effizienz: Einheitliche Schnittstellen und Datenstandards verhindern teure Doppelentwicklungen und senken Kosten. Strukturelle Ansätze wie das Zukunftsbündnis KI mit Hessen und Baden-Württemberg oder unsere API-Kooperation als Land mit Bremen zeigen bereits, wie moderne, länderübergreifende Zusammenarbeit funktionieren kann.
3. KI ergänzt die Arbeit des Menschen, sie ersetzt seine Arbeit nicht: KI soll Mitarbeiter von Behörden bei Routineaufgaben entlasten, um Freiräume für komplexe, verantwortungsvolle Tätigkeiten zu schaffen. Dass Nordrhein-Westfalen das Potenzial hat, digitaler Vorreiter zu sein, steht für mich außer Frage. Unser Bundesland ist ein starker Forschungs- und Innovationsstandort.
Auch in der Praxis gibt es starke Vorbilder: Mit Plattformen wie NRW.GENIUS in der Landesverwaltung oder dem gezielten KI-Einsatz in der Finanzverwaltung zeigen wir, wie Effizienzsteigerung unter Beibehaltung der menschlichen Kontrolle („Human-in-the-loop“) gelingt. Auch KI.NRW agiert als zentrale Kompetenzplattform für Künstliche Intelligenz in Nordrhein-Westfalen und vernetzt Wissenschaft, Wirtschaft sowie die öffentliche Verwaltung, um den gezielten Transfer von KI-Technologien in den Mittelstand und die öffentliche Hand zu fördern. Das Ziel muss nun sein, diese funktionierenden Plattformlösungen flächendeckend auszurollen und auch für unsere Kommunen nutzbar zu machen.
Innovation schafft nur dann nachhaltigen Mehrwert, wenn sie den Arbeitsalltag vereinfacht, die Resilienz unserer Systeme stärkt und das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnt. Dafür setze ich mich im Landtag weiterhin mit Nachdruck ein.