Erinnerung bewahren, Verantwortung leben: HOLO VOICES auf Zollverein 

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. 60 Jahre später wurde dieser Tag zum offiziellen Holocaust-Gedenktag erklärt. Er mahnt uns bis heute: Erinnerung ist keine Frage der Vergangenheit, sondern der Verantwortung im Hier und Jetzt. 

Ich war persönlich vor Ort auf der Zeche Zollverein in Essen, als das Projekt HOLO VOICES eröffnet wurde. Es ist ein außergewöhnlicher und zugleich tief bewegender Ort des Erinnerns. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und moderner Hologrammtechnik erhalten die Überlebenden der Schoa eine Stimme für die Ewigkeit. Ihre Berichte, ihre Erfahrungen, ihr Leid – aber auch ihre Menschlichkeit – bleiben so auch für kommende Generationen erfahrbar. 

Für mich ist dieses Thema nicht abstrakt, sondern spürbar, wenn ich mich an meine Besuche an den Gedenkstätten zurückerinnere, wo unfassbares Leid passiert ist. Jeder dieser Besuche hinterlässt Spuren. Jeder macht aufs Neue deutlich, wohin Hass, Ausgrenzung und Entmenschlichung führen können, wenn ihnen nicht entschieden widersprochen wird. 

Gerade heute ist diese Erinnerung unverzichtbar. Seit dem barbarischen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 beobachten wir einen alarmierenden Anstieg antisemitischer Straftaten auch hier in Deutschland. Antisemitismus zeigt sich offen, aggressiv und oft erschreckend selbstverständlich. Dem dürfen und werden wir nicht tatenlos zusehen. 

Deshalb ist klar: Wir wollen und wir müssen jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen schützen, Antisemitismus in all seinen Formen entschieden bekämpfen und vor allem auf kluge Prävention setzen – in Schulen, an Hochschulen und in der politischen Bildung. Projekte wie HOLO VOICES leisten hierzu einen unschätzbaren Beitrag. 

HOLO VOICES wird zu einem zentralen Lern- und Erinnerungsort, insbesondere für junge Menschen. Hier können sie den Berichten der Überlebenden begegnen, Fragen stellen, zuhören und begreifen, was hinter dem Satz steckt: „Nie wieder ist jetzt.“ Erinnerung darf nicht verblassen – sie muss lebendig bleiben, gerade dann, wenn die Zeitzeugen weniger werden. 

Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das Gedenken nicht endet – und dass aus Erinnerung Haltung wird. 

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