Das Ehrenamt ist das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ob im Sportverein, im Brauchtum, in der Kultur, im sozialen Bereich oder im Katastrophenschutz – überall engagieren sich Menschen mit Herzblut. Genau deshalb ist es mir wichtig, dass wir Ehrenamtliche und Vereine entlasten statt belasten. Seit 2026 treten dazu spürbare Vereinfachungen im Gemeinnützigkeitsrecht in Kraft.
Ein zentraler Schritt ist der Abbau bürokratischer Hürden. Die Freigrenze für die zeitnahe Mittelverwendung wird von 45.000 auf 100.000 Euro angehoben. Vereine mit Einnahmen bis zu dieser Grenze müssen ihre Mittel künftig nicht mehr zwingend sofort verwenden. Das schafft deutlich mehr Flexibilität bei der Finanzplanung und reduziert Verwaltungsaufwand spürbar.
Auch wirtschaftlich aktive Vereine profitieren: Die Freigrenze für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe steigt auf 50.000 Euro. Damit müssen viele gemeinnützige Vereine künftig keine Körperschaft- oder Gewerbesteuer mehr zahlen – ein echter Gewinn für die Vereinskasse.
Ein weiteres starkes Signal setzen wir beim Thema erneuerbare Energien. Gemeinnützige Vereine können künftig ohne Höchstgrenze Mittel für den Bau und Betrieb von Photovoltaikanlagen einsetzen – etwa auf Vereinsheimen, Sport- oder Reithallen. Investitionen, laufender Betrieb und selbst unvermeidbare Verluste gefährden die Gemeinnützigkeit nicht. Das schafft Planungssicherheit und unterstützt gleichzeitig die Energiewende vor Ort.
Wichtig ist mir auch die Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit. Die Übungsleiterpauschale steigt auf 3.300 Euro, die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro. Ehrenamtliches Engagement kann damit besser gewürdigt und steuerfrei vergütet werden.
Flankiert wird das Ganze durch praktische Unterstützung: Mit der landesweiten, kostenfreien Weiterbildungsreihe „Sichtbar engagiert: Mehr Reichweite fürs Ehrenamt“ helfen wir Initiativen und Vereinen dabei, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern und neue Mitstreiter zu gewinnen. Zudem senken wir die Zugangsvoraussetzungen für die Ehrenamtskarte, sodass künftig noch mehr Engagierte von Vergünstigungen etwa in Schwimmbädern oder Museen profitieren können. Bereits über 80.000 Menschen tragen diese Karte – 335 Städte und Gemeinden sagen damit ganz konkret: Danke für euren Einsatz.
Ehrenamt braucht Wertschätzung, Vertrauen und gute Rahmenbedingungen. Mit diesen Maßnahmen geben wir den Vereinen mehr Freiheit, mehr Anerkennung und mehr Zukunft.