Das Ehrenamt ist das Herzstück unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ob im Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im sozialen Bereich, in der Kultur oder in der Kirche – hunderttausende Menschen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich Tag für Tag für andere. Dieses Engagement verdient nicht nur Respekt, sondern auch konkrete Anerkennung. Deshalb habe ich mich als ordentliches Mitglied im Hauptausschuss des Landtags mit Nachdruck dafür eingesetzt, die Zugangsvoraussetzungen zur Ehrenamtskarte NRW zu erleichtern.
Mit dem Antrag „Ehrenamt – Ehrensache!“, den wir als CDU-Fraktion gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen eingebracht und beschlossen haben, setzen wir genau hier an: Künftig wird die erforderliche Mindeststundenzahl für die Zugangsvoraussetzung von 250 auf 200 Stunden pro Jahr abgesenkt. Des Weiteren stellen wir klar: Die Aufwandsentschädigung hält sich im gewünschten Rahmen, sofern sie die steuerlichen Freibeträge (also 960 Euro Ehrenamtspauschale bzw. 3.300 Euro Übungsleiterpauschale) nicht übersteigt.
Warum war mir das so wichtig? Weil sich Engagement verändert hat. Ehrenamt findet heute oft flexibel, projektbezogen und neben Familie, Beruf oder Ausbildung statt. Viele Menschen leisten Großartiges – aber sie konnten bislang die formalen Voraussetzungen für die Ehrenamtskarte nicht erfüllen. Das war aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß.
Mit der Anpassung öffnen wir die Ehrenamtskarte für einen größeren Kreis engagierter Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig senden wir ein klares Signal: Wer sich einbringt, wer Verantwortung übernimmt, wer unsere Gesellschaft zusammenhält, der soll Wertschätzung erfahren.
Die Ehrenamtskarte NRW ist dabei mehr als nur ein Symbol. Sie verbindet Dank und Anerkennung mit ganz konkretem Nutzen: landesweit über 5.000 Vergünstigungen – vom Schwimmbad über Museen und Theater bis hin zu VHS-Kursen oder Angeboten im Einzelhandel. Bereits mehr als 80.000 Menschen wurden seit Einführung der Karte im Jahr 2008 ausgezeichnet. Inzwischen beteiligen sich 335 Städte und Gemeinden an diesem Erfolgsmodell.
Ich freue mich sehr, dass wir als Koalition diesen wichtigen Schritt gegangen sind. Dank gilt insbesondere auch Andrea Milz, die als Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt das Thema mit großem Engagement vorantreibt.
Jetzt sind auch Kommunen, Vereine und Organisationen gefragt, die Neuerungen aktiv bekannt zu machen. Denn klar ist: Das Ehrenamt lebt von Menschen, die anpacken und von einer Politik, die ihnen den Rücken stärkt. Deshalb war es mir wichtig in meiner Ausschussarbeit darauf hinzuwirken.